Schülerpraktikum: Alles, was du wissen musst

Schülerpraktikum gesucht? Erfahre, wie du einen Platz findest, dich bewirbst, welche Arbeitszeiten gelten und worauf du im Praktikum achten solltest.

Ein Schülerpraktikum ist für viele der erste echte Kontakt mit der Arbeitswelt. Plötzlich geht es nicht mehr um Mathe in der dritten Stunde oder die nächste Klassenarbeit, sondern um Kolleginnen und Kollegen, Arbeitszeiten, Kundschaft, Maschinen, Meetings oder ganz praktische Aufgaben. Genau deshalb ist ein Schülerpraktikum so wertvoll: Du kannst ausprobieren, wie sich ein Beruf tatsächlich anfühlt – bevor du dich für eine Ausbildung, ein Studium oder einen bestimmten Berufsweg entscheidest.

Und noch etwas ist wichtig: Ein gelungenes Schülerpraktikum muss nicht damit enden, dass du deinen Traumberuf gefunden hast. Auch die Erkenntnis „Das möchte ich auf keinen Fall machen“ kann für deine Berufsorientierung ausgesprochen hilfreich sein.

Was ist ein Schülerpraktikum?

Das klassische Schülerbetriebspraktikum wird von der Schule organisiert oder vorgeschrieben. Je nach Bundesland, Schulart und Schule kann es einige Tage oder mehrere Wochen dauern. Es ist Teil der schulischen Berufsorientierung und wird häufig im Unterricht vor- und nachbereitet.

Daneben kannst du freiwillig ein Praktikum machen – zum Beispiel in den Ferien. Das kann sinnvoll sein, wenn du einen weiteren Beruf kennenlernen möchtest oder beim ersten Praktikum festgestellt hast, dass die gewählte Richtung doch nicht zu dir passt.

Ein noch kürzeres Format ist das Schnupperpraktikum. Es dauert häufig nur wenige Tage und soll dir einen ersten Eindruck von einem Beruf oder Betrieb vermitteln.

Wie findest du den richtigen Praktikumsplatz?

Beginne nicht unbedingt mit der Frage: „Welche Firma nimmt Praktikanten?“ Die bessere Frage lautet: „Was möchte ich herausfinden?“

Interessierst du dich für Computer, könnten IT-Unternehmen interessant sein – aber genauso die IT-Abteilung eines Krankenhauses, einer Bank, eines Industriebetriebs oder einer Stadtverwaltung. Arbeitest du gerne mit Menschen, kommen beispielsweise Kindergärten, soziale Einrichtungen, Hotels, Arztpraxen, Einzelhandel oder Verwaltung infrage. Wer gerne praktisch arbeitet, kann sich Handwerksbetriebe, Werkstätten oder technische Unternehmen anschauen.

Recherchiere anschließend Unternehmen in deiner Umgebung. Schau auf deren Karriereseiten, frage bei der Schule, bei Eltern und Bekannten, recherchiere örtliche Betriebe und ruf ruhig auch Unternehmen an, die kein Schülerpraktikum ausgeschrieben haben.

Wann solltest du dich bewerben?

Je früher du dich kümmerst, desto besser. Besonders beliebte Betriebe sind für die klassischen Praktikumswochen der Schulen schnell ausgebucht.

Als grobe Orientierung sind etwa drei Monate Vorlauf sinnvoll. Bei besonders gefragten Arbeitgebern können sechs Monate oder mehr sinnvoll sein.

Was macht ein gutes Schülerpraktikum aus?

Du bist Praktikant und keine billige Aushilfe. Natürlich darfst du einfache Aufgaben übernehmen. Problematisch wird es erst, wenn dein Praktikum fast ausschließlich aus Hilfsarbeiten besteht.

Ein guter Betrieb zeigt dir unterschiedliche Tätigkeiten, erklärt Zusammenhänge und gibt dir eine feste Ansprechperson. Du solltest Fragen stellen können und zumindest einige Aufgaben selbst ausprobieren dürfen.

Bekommst du im Schülerpraktikum Geld?

Bei einem verpflichtenden Schulpraktikum besteht kein Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Auch für Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt der gesetzliche Mindestlohn grundsätzlich nicht.

Natürlich darf ein Unternehmen dir trotzdem eine Vergütung oder beispielsweise einen Fahrtkostenzuschuss zahlen. Gerade beim klassischen ein- oder zweiwöchigen Schulpraktikum ist eine Bezahlung aber nicht üblich.

Wie lange darfst du arbeiten?

Für Minderjährige gelten besondere Schutzregeln. Jugendliche dürfen grundsätzlich höchstens acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Bei mehr als viereinhalb Stunden Arbeit stehen mindestens 30 Minuten Pause zu, bei mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten.

Für Jugendliche gilt außerdem grundsätzlich eine Beschäftigungszeit zwischen 6 und 20 Uhr. Für bestimmte Branchen gibt es Ausnahmen.

Bist du während des Schülerpraktikums versichert?

Bei einem von der Schule organisierten Betriebspraktikum bist du grundsätzlich über die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung geschützt. Bei freiwilligen Ferien- oder Schnupperpraktika solltest du vorher klären, wie du unfall- und haftpflichtversichert bist.

Was solltest du nach dem Praktikum machen?

Nimm dir nach dem letzten Tag etwas Zeit und frage dich nicht nur, ob es „gut“ oder „schlecht“ war.

Welche Tätigkeiten haben dir Spaß gemacht? Welche nicht? Wie fandest du die Arbeitszeiten? Hast du lieber selbstständig gearbeitet oder im Team? Wie war der Kontakt mit Kundinnen und Kunden? Könntest du dir vorstellen, jeden Tag in diesem Umfeld zu arbeiten?

Falls deine Schule einen Praktikumsbericht verlangt, solltest du während des Praktikums bereits Notizen sammeln. Bitte den Betrieb außerdem rechtzeitig um eine Praktikumsbescheinigung oder ein Praktikumszeugnis.

Fazit: Ein Schülerpraktikum ist ein Testlauf

Du musst beim Schülerpraktikum noch nicht wissen, was du später einmal werden möchtest. Genau dafür ist das Praktikum schließlich da.

Nutze die Gelegenheit, möglichst viel zu beobachten, auszuprobieren und nachzufragen. Und falls du nach zwei Wochen weißt, dass ein bestimmter Beruf überhaupt nicht zu dir passt, war das Praktikum keineswegs umsonst.

Häufige Fragen

Wie finde ich ein Schülerpraktikum?

Überlege zuerst, welche Tätigkeiten dich interessieren. Suche dann bei Betrieben in deiner Umgebung, auf Unternehmenswebsites und über Kontakte deiner Schule oder Familie. Auch eine direkte Anfrage kann erfolgreich sein.

Wie lange dauert ein Schülerpraktikum?

Das hängt von Schule, Bundesland und Praktikumsform ab. Ein Schulpraktikum dauert häufig ein bis drei Wochen, ein Schnupperpraktikum oft nur wenige Tage.

Wird ein Schülerpraktikum bezahlt?

Meist nicht. Für ein verpflichtendes Schulpraktikum besteht kein Mindestlohnanspruch; der Betrieb kann aber freiwillig etwas zahlen oder Fahrtkosten bezuschussen.

Wie viele Stunden darf ich arbeiten?

Für Jugendliche gelten grundsätzlich höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich. Zusätzlich müssen Pausen und die zulässigen Beschäftigungszeiten beachtet werden.

Bin ich im Schülerpraktikum versichert?

Bei einem von der Schule organisierten Praktikum greift grundsätzlich die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung. Bei freiwilligen Praktika solltest du Unfall- und Haftpflichtschutz vorher klären.

Was mache ich, wenn ich keinen Platz finde?

Erweitere Suchgebiet und Berufsfelder, frage kleinere Betriebe direkt an und nutze Schule, Familie, Kammern und regionale Unternehmensverzeichnisse. Bewirb dich bei mehreren passenden Betrieben gleichzeitig.


Über diesen Ratgeber

planetpraktika.de beschäftigt sich seit dem Jahr 2000 mit Praktika und Berufseinstieg. Dieser Ratgeber wird redaktionell gepflegt und regelmäßig aktualisiert.

Zuletzt aktualisiert: 8. August 2026

Hinweis bei Rechtsthemen: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

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