Arbeitszeit im Praktikum: Wie lange darfst du arbeiten?

Wie lange darfst du im Praktikum arbeiten? Die Regeln zu 8-Stunden-Tag, Pausen, Überstunden, Wochenendarbeit und Minderjährigen verständlich erklärt.

Acht Stunden am Tag, 40 Stunden in der Woche – diese Zahlen hört man häufig, wenn es um die Arbeitszeit im Praktikum geht. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Praktikum bedeutet nicht unbegrenzt arbeiten

Soweit das Arbeitszeitgesetz auf dein Praktikumsverhältnis Anwendung findet, gelten grundsätzlich dieselben Schutzvorschriften zur Arbeitszeit wie für andere Beschäftigte.

Die Acht-Stunden-Regel für Erwachsene

Nach dem Arbeitszeitgesetz darf die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums durchschnittlich wieder acht Stunden werktäglich erreicht werden.

Die oft genannte 40-Stunden-Woche ist keine allgemeine gesetzliche Höchstgrenze für Erwachsene. In vielen Praktikumsverträgen wird allerdings eine normale Fünf-Tage-Woche mit etwa 35 bis 40 Stunden vereinbart.

Wie viele Pausen stehen dir zu?

Bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis neun Stunden stehen dir mindestens 30 Minuten Pause zu. Bei mehr als neun Stunden sind es mindestens 45 Minuten.

Wie viel Ruhe muss zwischen zwei Arbeitstagen liegen?

Zwischen dem Ende eines Arbeitstages und dem Beginn des nächsten müssen grundsätzlich mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit liegen.

Was gilt für Minderjährige?

Wer unter 18 Jahre alt ist und unter das Jugendarbeitsschutzgesetz fällt, darf grundsätzlich höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Darfst du Überstunden machen?

Problematisch wird es, wenn Überstunden zum Normalzustand werden. Kläre deshalb möglichst vor Beginn, ob Überstunden erwartet werden und wie sie ausgeglichen werden.

Musst du am Wochenende arbeiten?

Grundsätzlich kann ein Arbeitstag im Sinne des Arbeitszeitgesetzes auch der Samstag sein. Sonn- und Feiertagsarbeit ist dagegen grundsätzlich untersagt, wobei es zahlreiche branchenspezifische Ausnahmen gibt.

Was tun, wenn du dauerhaft zu lange arbeitest?

Sprich zunächst mit deiner Betreuungsperson und dokumentiere deine tatsächlichen Zeiten. Bei einem Pflichtpraktikum kannst du zusätzlich die zuständige Stelle deiner Schule oder Hochschule kontaktieren.

Fazit

Ein gutes Praktikum verlangt Engagement – aber nicht, dass du deine Schutzrechte an der Eingangstür abgibst.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden darf ein Praktikant arbeiten?

Für Volljährige gelten grundsätzlich die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes: regelmäßig höchstens acht Stunden werktäglich. Bis zu zehn Stunden sind nur mit entsprechendem Ausgleich möglich.

Sind 10 Stunden erlaubt?

Bei Volljährigen ausnahmsweise ja, wenn innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums durchschnittlich acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für Jugendliche gelten strengere Grenzen.

Müssen Praktikanten Überstunden machen?

Nur wenn sie wirksam vereinbart und gesetzlich zulässig sind. Umfang und Ausgleich sollten vorab geklärt werden; dauerhafte Überstunden passen nicht zu einem guten Praktikum.

Wie lange müssen Pausen sein?

Volljährige brauchen bei mehr als sechs Stunden mindestens 30 Minuten und bei mehr als neun Stunden 45 Minuten Pause. Für Jugendliche gelten längere Pausen.

Darf ich samstags arbeiten?

Für Volljährige grundsätzlich ja, weil Samstag als Werktag gilt. Jugendliche dürfen samstags nur in gesetzlich festgelegten Branchen beschäftigt werden.

Darf ich sonntags arbeiten?

Grundsätzlich nicht. Ausnahmen gelten für bestimmte Branchen; dann muss regelmäßig ein Ersatzruhetag gewährt werden.


Über diesen Ratgeber

planetpraktika.de beschäftigt sich seit dem Jahr 2000 mit Praktika und Berufseinstieg. Dieser Ratgeber wird redaktionell gepflegt und regelmäßig aktualisiert.

Zuletzt aktualisiert: 8. August 2026

Hinweis bei Rechtsthemen: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

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