Lebenslauf
Lebenslauf fürs Praktikum: Aufbau, Inhalt und Beispiel
Auch ohne lange Berufserfahrung kannst du einen aussagekräftigen Lebenslauf erstellen. Er zeigt nicht nur Stationen, sondern macht Interessen, Kenntnisse und erste praktische Erfahrungen schnell erfassbar.
Kostenlose Downloads
Passende Vorlage für diesen Schritt
Kostenlos als Word-Datei zum Bearbeiten oder als PDF zum direkten Nutzen.
Lebenslauf fürs Schülerpraktikum
Eine übersichtliche Vorlage für Schülerinnen und Schüler mit wenig oder noch keiner Berufserfahrung.
Ein Lebenslauf für ein Praktikum muss keine lange Berufserfahrung zeigen. Er soll deinen bisherigen Weg übersichtlich darstellen und sichtbar machen, welche Interessen, Kenntnisse und Erfahrungen zum Praktikumsplatz passen. Bei Schülerinnen und Schülern genügt häufig eine Seite; Studierende oder Bewerberinnen und Bewerber mit mehreren Stationen können zwei Seiten benötigen.
Die empfohlene Reihenfolge
Ein tabellarischer Lebenslauf enthält meist:
- persönliche Daten und Kontakt,
- Schule, Ausbildung oder Studium,
- praktische Erfahrungen und Nebenjobs,
- Projekte und Engagement,
- Kenntnisse und Fähigkeiten,
- Interessen, wenn sie aussagekräftig sind.
Beginne innerhalb der Abschnitte mit der aktuellsten Station. Diese antichronologische Reihenfolge ist heute üblich, weil die relevantesten Informationen zuerst erscheinen.
Welche persönlichen Daten gehören hinein?
Notwendig sind:
- Vor- und Nachname,
- Anschrift,
- Telefonnummer,
- seriöse E-Mail-Adresse.
Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Staatsangehörigkeit und Bewerbungsfoto sind nicht zwingend. Angaben zu Eltern oder Geschwistern gehören nicht in einen modernen Lebenslauf. Ein Link zu LinkedIn, Portfolio oder eigener Website ist nur sinnvoll, wenn das Profil gepflegt und für das Praktikum relevant ist.
Prüfe, ob deine Mailbox erreichbar ist und die Mailboxansage professionell genug für einen Rückruf wirkt.
Schule, Ausbildung oder Studium darstellen
Nenne Zeitraum, Einrichtung, Ort und angestrebten oder erreichten Abschluss. Bei einem Schülerpraktikum kannst du zusätzlich Klassenstufe, voraussichtlichen Abschluss und passende Schwerpunkte angeben. Die Grundschule ist normalerweise nicht nötig.
Beispiel:
seit 09/2023 – Beispiel-Gymnasium, Beispielstadt
voraussichtliches Abitur 2029, Schwerpunkte Informatik und Englisch
Im Studium sind Studiengang, Hochschule, angestrebter Abschluss und auf Wunsch passende Schwerpunkte sinnvoll. Eine lange Liste einzelner Vorlesungen gehört nicht in den Lebenslauf; nenne nur Inhalte, die für das Praktikum einen erkennbaren Bezug haben.
Praktische Erfahrungen richtig beschreiben
Zu praktischen Erfahrungen zählen nicht nur frühere Praktika. Auch Ferienjobs, Nebenjobs, Aushilfen, Werkstudententätigkeiten oder regelmäßige familiäre Mitarbeit können relevant sein.
Nenne unter jeder Station ein bis drei konkrete Tätigkeiten:
Schwach:
07/2026 – Ferienjob im Einzelhandel
Aussagekräftiger:
07/2026 – Ferienaushilfe, Beispielmarkt GmbH
Waren eingeräumt, Bestände kontrolliert und Kundinnen und Kunden bei der Orientierung unterstützt
Verwende klare Tätigkeitsverben: organisiert, recherchiert, ausgewertet, betreut, dokumentiert, programmiert, gestaltet oder vorbereitet. Bleibe ehrlich und übertreibe deine Verantwortung nicht.
Projekte statt fehlender Berufserfahrung
Wenn du noch keinen Job hattest, können Projekte einen starken Abschnitt bilden:
- Schul- oder Hochschulprojekte,
- Schülerfirma oder Projektwoche,
- eigene Website, App oder Reparaturprojekt,
- Schülerzeitung, Podcast oder Fotoprojekt,
- Wettbewerb oder Jugend-forscht-Projekt,
- Organisation einer Veranstaltung.
Beschreibe Ergebnis und eigenen Beitrag. „Gruppenprojekt Nachhaltigkeit“ bleibt vage. „Umfrage mit 80 Teilnehmenden erstellt, Ergebnisse in Excel ausgewertet und präsentiert“ zeigt konkrete Fähigkeiten.
Ehrenamt und Engagement
Engagement kann Zuverlässigkeit, Verantwortungsübernahme und Zusammenarbeit belegen. Beispiele sind Sportverein, Jugendfeuerwehr, Nachhilfe, Schülervertretung, Kirchengemeinde, Kulturverein oder soziale Initiativen.
Nenne auch hier deine Aufgabe. „Mitglied im Sportverein“ sagt wenig; „Training einer Kindergruppe unterstützt und Spieltage mitorganisiert“ ist aussagekräftiger.
Kenntnisse realistisch angeben
Typische Kenntnisse sind:
- Sprachen,
- Office- und Fachsoftware,
- Programmier- oder Gestaltungswerkzeuge,
- Führerschein,
- technische oder handwerkliche Kenntnisse.
Bewerte dein Niveau nachvollziehbar. Bei Sprachen sind Angaben wie Muttersprache, sehr gute, gute oder Grundkenntnisse möglich; falls bekannt, kannst du ein GER-Niveau wie B2 oder C1 nennen. Bei Software ist „gute Kenntnisse in Excel“ besser als eine grafische Prozentanzeige ohne nachvollziehbare Bedeutung.
Nenne nur Kenntnisse, die du im Gespräch erklären oder vorführen könntest. Eine lange Liste kaum genutzter Programme schwächt die Glaubwürdigkeit.
Hobbys und Interessen: ja oder nein?
Interessen sind freiwillig. Bei wenig Berufserfahrung können sie ein vollständigeres Bild geben und Gesprächsanlässe schaffen. Wähle konkrete Angaben:
- „Volleyball im Verein“ statt „Sport“,
- „Porträtfotografie und Bildbearbeitung“ statt „Fotografie“,
- „Reparatur alter Fahrräder“ statt „Technik“.
Sehr private, politische oder religiöse Angaben musst du nicht nennen. Erfinde keine Hobbys, nur weil sie zur Stelle passen könnten.
Beispiel für einen Schüler-Lebenslauf
Vorname Nachname
Adresse · Telefon · E-Mail
Schulbildung
seit 09/2023 – Beispiel-Realschule, Beispielstadt
voraussichtlicher Realschulabschluss 2029
Erfahrungen und Projekte
03/2026 – Schulprojekt „Unsere Stadt der Zukunft“
Informationen recherchiert, Interview mit dem Bauamt vorbereitet und Ergebnisse präsentiert
seit 2025 – Mitarbeit in der Schülerzeitung
Themen recherchiert, kurze Beiträge geschrieben und Fotos bearbeitet
Kenntnisse
Microsoft Word: gute Kenntnisse
PowerPoint: gute Kenntnisse
Englisch: gute Kenntnisse
Interessen und Engagement
Volleyball im Verein, Mitarbeit bei Jugendturnieren
Dieses Beispiel zeigt die Struktur. Deine tatsächlichen Angaben, Zeiträume und Schwerpunkte müssen individuell eingesetzt werden.
Beispiel für Studierende
Studierende können den Abschnitt „Studium“ stärker auf das Praktikum ausrichten:
seit 10/2024 – B.Sc. Wirtschaftsinformatik, Beispiel-Hochschule
Schwerpunkte: Datenbanken, Prozessmanagement und Statistik
04/2026–07/2026 – Hochschulprojekt Prozessanalyse
Ist-Prozess dokumentiert, Interviews ausgewertet und Verbesserungsvorschläge im Team präsentiert
Noten gehören nur dann prominent in den Lebenslauf, wenn sie verlangt werden oder besonders relevant sind. Ein Notenspiegel kann als Anlage beigefügt werden, wenn der Betrieb danach fragt.
Lücken und besondere Situationen
Kurze Übergänge von wenigen Monaten müssen nicht künstlich erklärt werden. Längere Zeiträume sollten nachvollziehbar sein, beispielsweise durch Jobsuche, Pflege von Angehörigen, Krankheit, Reise, Freiwilligendienst oder Neuorientierung. Formuliere sachlich und gib nur so viele persönliche Details an, wie du möchtest.
Erfinde keine Stationen und verändere keine Zeiträume. Unstimmigkeiten fallen spätestens im Gespräch oder bei Nachweisen auf.
Lebenslauf für jedes Praktikum anpassen
Die Fakten bleiben gleich, aber ihre Gewichtung darf sich ändern. Für ein IT-Praktikum steht ein Programmierprojekt weiter oben; für ein soziales Praktikum kann das Engagement in einer Jugendgruppe wichtiger sein. Passe auch die Reihenfolge von Kenntnissen und Tätigkeitsstichpunkten an.
Der Lebenslauf ergänzt das Anschreiben: Im Anschreiben erklärst du Motivation und Zusammenhang, im Lebenslauf lieferst du die übersichtlichen Fakten.
Gestaltung: lesbar vor kreativ
Nutze:
- eine gut lesbare Schrift,
- klare Abschnittsüberschriften,
- einheitliche Abstände,
- identische Datumsformate,
- ausreichend Weißraum,
- zurückhaltende Farben.
Aufwendige Balken, Symbole und Spalten können beim Lesen stören. Achte besonders darauf, dass der Lebenslauf auch auf einem kleinen Bildschirm und in Schwarz-Weiß verständlich bleibt. Ein kreatives Layout kann in Designberufen passen, ersetzt aber keine klare Struktur.
Foto, Unterschrift und Datum
Ein Foto ist freiwillig. Wenn du eines verwendest, sollte es aktuell, freundlich und professionell sein. Private Urlaubsbilder oder stark gefilterte Fotos sind ungeeignet.
Ort, Datum und Unterschrift am Ende sind bei digitalen Lebensläufen weiterhin verbreitet, aber nicht in jedem Fall zwingend. Wichtig ist, dass der Lebenslauf aktuell und wahrheitsgemäß ist.
PDF und Dateiname
Exportiere den fertigen Lebenslauf als PDF, sofern kein anderes Format verlangt wird. Öffne die Datei anschließend und prüfe:
- Sind alle Seiten vollständig?
- Haben sich Zeilen verschoben?
- Sind Links und Sonderzeichen korrekt?
- Ist die Schrift groß genug?
- Stimmt der Dateiname?
Ein klarer Dateiname lautet Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf. Wenn du alle Unterlagen zusammenfasst, findest du die passende Reihenfolge im Ratgeber zur Praktikumsbewerbung.
Häufige Fehler
- uneinheitliche oder falsche Zeitangaben,
- zu viele persönliche Daten,
- Aufgaben nur als Stationsnamen nennen,
- Kenntnisse übertreiben,
- Rechtschreibfehler in Firmennamen oder Abschlüssen,
- verspieltes Layout auf Kosten der Lesbarkeit,
- veraltete Kontaktdaten,
- mehr als zwei Seiten ohne relevanten Grund,
- Word-Datei statt geprüfter PDF versenden.
Checkliste für den Lebenslauf
- Kontaktdaten sind aktuell.
- Die neueste Station steht zuerst.
- Schule, Ausbildung oder Studium sind nachvollziehbar.
- Relevante Erfahrungen enthalten konkrete Tätigkeiten.
- Projekte und Engagement ergänzen fehlende Berufserfahrung.
- Kenntnisse sind ehrlich eingeschätzt.
- Datumsformate und Gestaltung sind einheitlich.
- Der Umfang liegt bei ein bis zwei Seiten.
- Die exportierte PDF wurde geprüft.
Häufige Fragen
Wie lang ist ein Lebenslauf für ein Praktikum?
Für Schülerinnen und Schüler reicht meistens eine Seite. Mit Ausbildung, Studium, Nebenjobs oder mehreren Projekten können zwei Seiten sinnvoll sein.
Muss die Grundschule in den Lebenslauf?
In der Regel nicht. Nenne die aktuelle und gegebenenfalls vorherige weiterführende Schule sowie angestrebte oder erreichte Abschlüsse.
Was kommt in den Lebenslauf ohne Erfahrung?
Schul- und Hochschulprojekte, Nebenjobs, Hobbys, Engagement und relevante Kenntnisse. Beschreibe konkret, was du getan oder gelernt hast.
Gehören Hobbys in den Lebenslauf?
Sie sind freiwillig. Bei wenig Berufserfahrung können konkrete Interessen sinnvoll sein, wenn sie Persönlichkeit, Engagement oder einen Bezug zum Praktikum zeigen.
Braucht der Lebenslauf ein Foto?
Nein. Ein Bewerbungsfoto ist freiwillig.
Mehr Sicherheit im Praktikum
Der Praktikumsknigge
Vertiefende Tipps, Beispiele und Orientierung für deinen gesamten Weg vom ersten Kontakt bis zum Abschluss.